Besinnlich: offene Türen

Liebe Gemeinde,

haben Sie schon einmal vor verschlossenen Türen gestanden? Damit meine ich Situationen, in denen wir ausgegrenzt werden. Bei verschlossenen Türen möchten andere uns nicht dabei haben. Wir spüren deutlich: Hier gehören wir nicht dazu, hier sind wir nicht erwünscht. Ausgeschlossen zu werden ist nicht schön. Schön ist es, wenn wir willkommen sind. Wenn wir erwartet und erwünscht sind. Solche Erfahrungen haben wir ebenfalls schon gemacht. Durch die erste Tür, die wir durchritten haben, wurden wir zum Beispiel getragen, direkt nach unserer Geburt. Alle haben sich gefreut uns zu sehen und uns angestrahlt. Später als Kinder haben wir uns gefreut, wenn ein Freund die Tür geöffnet hat und wir gemeinsam spielen konnten. Türen sind uns auch geöffnet worden, in Schule, Ausbildung oder Studium. Andere haben uns vielleicht Türen geöffnet, haben uns gefördert und gefordert, so dass wir unsere Gaben und Fähigkeiten zur Entfaltung haben bringen können. Verschlossene Türen, offene Türen. Wir kennen in unserem Leben beides! Ich hoffe, Sie haben bisher mehr offene als verschlossene Türen kennenlernen dürfen!

Verschlossene Türen, offene Türen – das hat auch etwas mit unserem Glauben zu tun. In der Offenbarung des Johannes (Offenbarung 3, 8) spricht Jesus: „Ich habe euch eine Tür geöffnet, die niemand zuschließen kann.“ Was will uns Jesus mit diesen Worten sagen?

Türen sind ja etwas, was Menschen miteinander verbindet, wenn sie denn geöffnet sind! Durch Türen treten wir, wenn wir einander besuchen. Geöffnete Türen lassen uns einander begegnen und unser Leben miteinander teilen. Türen verbinden verschiedene Räume und verschiedene Menschen. Ich denke, Jesus greift deshalb das Bild der Tür auf. Jesus (oder Gott) sucht nämlich die Gemeinschaft mit uns Menschen. Er öffnet uns Menschen die Tür, wir dürfen zu ihm kommen. Jesus verbindet sich mit uns Menschen. Jesus verbindet wie eine offene Tür verbindet. Diese Tür zu Jesus ist niemals verschlossen! Darauf dürfen wir vertrauen!

Da Jesus Türen öffnet, sind auch Kirche und Gemeinde Orte mit offenen Türen. Jeder ist willkommen. Egal welcher Nationalität er oder sie ist, egal welche Lebensgeschichte jemand mitbringt, es gibt keinen Grund, dass ihm oder ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen wird.

Als Christinnen und Christen hält uns Jesus die Tür zu sich offen. Er verbindet uns miteinander. So dürfen auch wir Menschen sein, die Türen öffnen, statt sie zu verschließen.

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Johannes Kraus