Besinnlich

Liebe Gemeinde!

„Gloooria“ wird mit mindesten drei „o“ gesungen! Zumindest ist es so oft in der Weihnachtszeit zu hören. Spätestens an Heiligabend, wenn das Krippenspiel in der Kirche besucht wird. Denn dann wird auf jeden Fall das Weihnachtslied „Hört der Engel  helle Lieder“ angestimmt. Vielleicht sogar von einem kleinen Engelchor, der beim Krippenspiel auftritt. Das lange „Gloooria“ singen dann alle fröhlich mit.

„Gloria in excelsis Deo“, „Ehre sei Gott in der Höhe“. So rufen dann auch die Engel in der biblischen Weihnachtsgeschichte. Sie loben und preisen Gott. Ihr fröhliches Lied erklingt über den Feldern vor der Stadt Bethlehem. Wir alle kennen diese Weihnachtsgeschichte mit den Engeln und Hirten schon seit Kindheitstagen. Doch die Engel singen nicht nur, so lesen wir in der Bibel. Sie gehen auch ihrer Arbeit als Boten nach! Die Engel verkünden den Hirten die frohes Botschaft: Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Heiland, ist geboren. Und die Hirten lassen sich von Gott ansprechen, Sie öffnen ihr Herz. Sie werden von der Freude der Engel überwältigt. Weihnachtsfreude ist ansteckend. Und dann machen sie sich auf zum Kind in der Krippe.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ – das ist der vollständige Lobgesang der Engel in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2, 14). Die Freude an Gott, die im Lobgesang der Engel ertönt, zu ihr gehört auch die Freude am Leben und Dasein des Anderen, des Mitmenschen dazu. Es geht an Weihnachten auch um ein gutes Miteinander mit meinem Nächsten (nicht nur ein Nebeneinander!). Es geht um Fürsorge und Liebe. Es geht um Frieden. Denn die Freudenbotschaft der Engel ist auch eine Friedensbotschaft! Gott ist es zuerst, der durch die Geburt seines Sohnes in der Krippe (und später durch das Kreuz) Versöhnung schafft. Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Friede zwischen Gott und Mensch. Gott zeigt in Jesus seine Liebe, seine Gnade. Er zeigt, dass neues Leben bei ihm möglich ist. Dem Hass und der Gewalt setzt Gott seine Versöhnung entgegen. In diesem Versöhnungsgeschehen wurzelt alle Versöhnung zwischen Mensch und Mensch. Versöhnung darf und soll passieren, in kleinen wie in großen Schritten. Auch das gehört zu frohen Botschaft des Weihnachtsfestes dazu. Übrigens sind bei den Menschen seines Wohlgefallens alle Menschen gemeint. Keiner ist ausgeschlossen, sondern Gott hat an allen Menschen einen Wohlgefallen!

Die Weihnachtszeit ist da. Alles „Gloooria“ also? Lassen wir uns doch von der frohen Botschaft anstecken! Lassen wir Frieden werden. Gott zur Ehre.

Gloria in excelsis Deo!

Ihr Pfarrer Johannes Kraus